Mittwoch, 5. November 2008
Interviews für 3000 Euro?
Die Geschichte der in der Sahara befreiten österreichischen Geiseln bewegt - keine Frage. Doch was verwundert: Die beiden wollen jedes Interview für 300o Euro verkaufen, berichtet Vienna Online. Auch wenn die zwei das Geld Helfern zukommen lassen möchten - ein durchaus ehrbares Motiv - so stellt sich schon die Frage: Was für eine Art von Journalismus ist das, bitteschön?
Über "das Recht des Lesers auf Authentizität"
(...) ich möchte keine Szenen erfinden, ich denke, der Leser hat ein Recht auf Authentizität. Sonst wäre es nicht Non-Fiction.Ein spannender Ansatz von Autorin Adrian Nicole LeBlanc, die im Standard über ihr Buch "Zufallsfamilie" sprach, für das sie viele Jahre in der New Yorker Bronx recherchiert hat.
Weniger lustig: Sie wird sofort gefragt, welche (männlichen!) Autoren wichtig für sie sind. Als wäre frau als Autorin nur was, wenn sie sich auf wen bezieht. Und zwar das, worauf sie sich bezieht. Dieses Schubladendenken finde ich nur dumm, und schon gar in der Literatur.
Hier lesen Sie das ganze Interview im Standard.
Montag, 27. Oktober 2008
Eine spannende Ausstellung habe ich gestern besucht: "Blutige Geschichten" im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, die noch bis 2. November 2008 läuft. Da Nationalfeiertag war, gab es freien Eintritt. Aus der Beschreibung:
Geschichte wird über weite Strecken mit Blut geschrieben. Kriege, Völkermorde oder auch Attentate bestimmen seit jeher ihren wechselvollen Lauf. Die Ausstellung „Blutige Geschichten“ liefert eine vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Phänomen Gewaltverbrechen – von Heiligenmartyrien über Meuchel- und Ritualmorde, Kannibalismus, Lynchjustiz bis hin zum Völkermord.Als Krimiautorin war mein Interesse gewissermaßen ein fachliches.
Dabei zeigt sich einmal mehr das ambivalente Verhältnis des Menschen zur Gewalt: „Der Extremfall Mord und Totschlag läßt das Beste und die Bestie im Menschen frei.“ (Anne Chaplet). Was in der Kriminalistik Realität ist, sorgt im Krimi als Fiktion für spannende Unterhaltung.Gut, einiges kannte ich bereits, vieles bezog sich auf kirchliche und biblische Gräueltaten. Im Katalog gibt es jedoch noch mehr Lesestoff und Hintergrundwissen.
Samstag, 25. Oktober 2008
Der herbstliche Literatur"stress" ist der übliche ... Lesung folgt Veranstaltung, und mitzuverfolgen hat man so einiges an Preisvergaben! Da ging das Krimiautorinnen-Treffen ja noch gemütlich ab, trotz allerlei Fachsimpeln. :-)
Am Mittwoch Besuch der Lesung von Gabriela Gavril, Autorin aus Rumänien, in der Österr. Gesellschaft für Literatur. Spannend wirkender Roman, der leider noch nicht ins Deutsche übersetzt wurde. Rührenderweise bekam man bei der Lesung eine Mappe mit einem übersetzten Auszug!
Heute war ich in der Ausstellung "Frauennachlässe", die derzeit in der Universitätsbibliothek zu sehen ist. Gesammelt werden diese Stücke am Institut für Geschichte an der Uni Wien. Absolut spannend! Da gibt es Tagebücher und Familienchroniken zu sehen, Briefe und Feldpostkarten, was immer die Frauen eben so aufgehoben und später der Sammlung vermacht haben. Ein interessanter Aspekt daran, der mich insbesondere als Biografin und Schreibworkshopleiterin anspricht: Der Versuch, oftmals in späteren Jahren, einen Rückblick auf das eigene Leben zu verfassen, sozusagen Bilanz zu ziehen. Dazu ermutige ich ja die TeilnehmerInnen meiner Workshops und auch sonst alle gerne! Denn alles ist interessant, es tut nur not, den roten Faden in der eigenen Geschichte zu finden, um eine Geschichte wirklich spannend und lesbar darzustellen! In einem Babytagebuch aus dem Jahr 1938 stand sinngemäß: 'Ich werde alles aufschreiben und es wird vielleicht nicht so sein, wie es später die Geschichtsschreibung behaupten wird.' Da wär's spannend zu wissen, was genau sich die Schreiberin gedacht hat ...
Den samstäglichen Einkauf am Karmelitermarkt habe ich nicht ausgelassen, da gibt nicht nur viel Gemüse, viel Biozeugs, sondern auch viel zu beobachten. Passend dazu entdeckte ich gerade die Rezension zu Andrea Maria Dusls Romanerstling "Boboville".
Nebenher beginne ich einen neuen Krimi-Text, recherchiere dazu und zu noch einer Idee für eine Ausschreibung. Nur bei der Kriminacht musste ich passen, weil ich im Theater war ...
Am Mittwoch Besuch der Lesung von Gabriela Gavril, Autorin aus Rumänien, in der Österr. Gesellschaft für Literatur. Spannend wirkender Roman, der leider noch nicht ins Deutsche übersetzt wurde. Rührenderweise bekam man bei der Lesung eine Mappe mit einem übersetzten Auszug!
Heute war ich in der Ausstellung "Frauennachlässe", die derzeit in der Universitätsbibliothek zu sehen ist. Gesammelt werden diese Stücke am Institut für Geschichte an der Uni Wien. Absolut spannend! Da gibt es Tagebücher und Familienchroniken zu sehen, Briefe und Feldpostkarten, was immer die Frauen eben so aufgehoben und später der Sammlung vermacht haben. Ein interessanter Aspekt daran, der mich insbesondere als Biografin und Schreibworkshopleiterin anspricht: Der Versuch, oftmals in späteren Jahren, einen Rückblick auf das eigene Leben zu verfassen, sozusagen Bilanz zu ziehen. Dazu ermutige ich ja die TeilnehmerInnen meiner Workshops und auch sonst alle gerne! Denn alles ist interessant, es tut nur not, den roten Faden in der eigenen Geschichte zu finden, um eine Geschichte wirklich spannend und lesbar darzustellen! In einem Babytagebuch aus dem Jahr 1938 stand sinngemäß: 'Ich werde alles aufschreiben und es wird vielleicht nicht so sein, wie es später die Geschichtsschreibung behaupten wird.' Da wär's spannend zu wissen, was genau sich die Schreiberin gedacht hat ...
Den samstäglichen Einkauf am Karmelitermarkt habe ich nicht ausgelassen, da gibt nicht nur viel Gemüse, viel Biozeugs, sondern auch viel zu beobachten. Passend dazu entdeckte ich gerade die Rezension zu Andrea Maria Dusls Romanerstling "Boboville".
Nebenher beginne ich einen neuen Krimi-Text, recherchiere dazu und zu noch einer Idee für eine Ausschreibung. Nur bei der Kriminacht musste ich passen, weil ich im Theater war ...
Romanwerkstatt - nächster Termin
Herzlich lade ich zu meinem nächsten Schreibworkshop ein - bitte auch weiterreichen!
Roman-Werkstatt
Wie schreibe ich einen fesselnden Roman? Was lockt uns in die Geschichte - beim Schreiben und beim Lesen? Wie findet ein Roman einen Verlag und damit LeserInnen? Dieser Workshop bietet die Möglichkeit zur konkreten Arbeit an Ihrer Roman-Idee. Das Wochenende hat Werkstatt-Charakter und ist für AnfängerInnen und Fortgeschrittene geeignet. Zu den Themen zählen: Recherche, Figuren entwickeln, Handlung und Plot, Szenen und Kapitel, Vorabdrucke und andere Möglichkeiten der Veröffentlichung. Schreibimpulse regen zu neuen Ideen an. Ein Roman entsteht - eine Geschichte, auf die man neugierig wird!
7. bis 8. November 2008
Weitere Informationen:
http://www.texteundtee.at/schreibworkshops.php
Direkter Kontakt zum Veranstaltungsort:
Polycollege Stöbergasse, Stöbergasse 11-15, 1050 Wien
Tel 01/54 666-0, E-Mail: office@polycollege.ac.at
Roman-Werkstatt
Wie schreibe ich einen fesselnden Roman? Was lockt uns in die Geschichte - beim Schreiben und beim Lesen? Wie findet ein Roman einen Verlag und damit LeserInnen? Dieser Workshop bietet die Möglichkeit zur konkreten Arbeit an Ihrer Roman-Idee. Das Wochenende hat Werkstatt-Charakter und ist für AnfängerInnen und Fortgeschrittene geeignet. Zu den Themen zählen: Recherche, Figuren entwickeln, Handlung und Plot, Szenen und Kapitel, Vorabdrucke und andere Möglichkeiten der Veröffentlichung. Schreibimpulse regen zu neuen Ideen an. Ein Roman entsteht - eine Geschichte, auf die man neugierig wird!
7. bis 8. November 2008
Weitere Informationen:
http://www.texteundtee.at/schreibworkshops.php
Direkter Kontakt zum Veranstaltungsort:
Polycollege Stöbergasse, Stöbergasse 11-15, 1050 Wien
Tel 01/54 666-0, E-Mail: office@polycollege.ac.at
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