Montag, 16. April 2007

Sind Sie AutorIn? Haben Sie Katzen?

"Dichters Katzen", titelt das Writers Blog: AutorInnen haben eher Katzen als Hunde, heißt es dort. Und auch in der Literatur kommen mehr Katzen vor als andere Haustiere.
Einer der beiden Gründe dafür ist gewiss, dass die Katze als Haustier einfach viel besser in ein Autorenleben passt. Ein Hund bringt Unruhe in den Alltag: er will Gassi gehen, bespaßt und unterhalten werden, man muss ihn dressieren und fordern. Eine Katze dagegen genügt sich selbst und liebt nichts so sehr wie die Stille, Papier und einen stundenlang andächtig beschäftigten Menschen in ihrer Nähe.
Und Jean Cocteau stellte fest: „Ich ziehe die Katze dem Hund vor, weil es keine Polizeikatzen gibt".

Zuletzt machten mich Plakate mit Siamkatze auf eine - hochinteressante!! - Ausstellung über Patricia Highsmith in Zürich aufmerksam. Auch diese US-amerikanische Thrillerautorin schätzte Katzen. (Zur Ausstellung im Strauhof: ART-tv oder Stadt Zürich.)

Was soll ich sagen? Auch bei mir sitzt so eine Samtpfote auf dem Tisch und spielt Assistentin - besonders wenn ich den Terminkalender hier liegen habe. Dann heißt ihr "Besetzen" desselben wohl: Termine? Heute mit Sicherheit nicht mehr!

Wenn "Schreiberlinge" übers Schreiben schreiben

Wenn "Schreiberlinge" übers Schreiben schreiben - das gehört zu meiner Lieblingslektüre.

Jean Pütz, Blogger & Student an der Karl-Marx-Universität Trier, entdeckt im Roman "Stiller" von Max Frisch die Frage:

Kann man schreiben, ohne eine Rolle zu spielen?
Die titelgebende Figur Stiller stellt sodann in den Raum:


Interessanter Gedankenanstoss. Eine solche Annahme zeigt sich in den vielfältigen Aussagen (von AutorInnen) bzw. Vorwürfen (von Nicht-AutorInnen): Schreiben sei Bewältigung. Lebens-Bewältigung, Trauma-Bewältigung, Bewältigung des Eigenen, des Fremden - somit wird Schreiben zur
Überlebensstrategie.

Aber natürlich ist Schreiben noch viel mehr. :-) Schreiben kann ein Spiel sein. Ein Ausloten von zwischenmenschlichem Verhalten. Es ist Kreation und Gestaltung. Und sicher noch vieles mehr. Darüber vielleicht ein anderes Mal mehr.

Donnerstag, 12. April 2007

Die Plage mit dem Plagiat

Schwierig ist es, ein Plagiat zu erstellen... Deshalb gibt es dazu den nicht ganz ernst gemeinte n Leitfaden für Plagiatoren auf mp's blog (Untertitel:"Difficile est satiram non scribere!") Darin gibt es Tipps, wie Studierende Plagiate nicht sofort als solche erkennbar machen.

Ein Tipp zum Beispiel - schmunzel:
"Ändere wenigstens ein paar Wörter pro Absatz! Damit findet man zumindest nicht auf Anhieb mit Google den Originaltext."

Und das Fazit: MACH KEINE PLAGIATE. PLAGIATE SIND BÖSE!

Eben!

Tauschgeschäfte - oder: Aus dem Alltag einer Schreiberin (2)

Aus dem lustigen Erfahrungsschatz als Lohnschreiberin diesmal ein Beispiel, das glücklicherweise zunehmend seltener vorkommt:

Frau Schreibfaul: "Frau Bürkl, ich brauche ... unbedingt... dringend .... einen Text... eigentlich würde ich den ja selbst schreiben... ich kann das schon... aber.... die Zeit... was kostet das, wenn Sie mir den Text bis morgen schreiben?"

a.bu: "Was soll ich konkret für Sie texten? Was soll der Inhalt des Textes sein?"

Frau Schreibfaul: "Ja, ähm, .... ich brauche einen Text... eventuell ... die Presse einladen... ein neues Produkt... sensationell... was kostet eine Presseaussendung von Ihnen getextet? Und haben Sie auch Journalistenkontakte? Zu welchen Medien?"

a.bu: "Frau Schreibfaul, ich unterstütze Sie gern. Ich kann auch die gewünschten Kontakte zu welchen Medien auch immer herstellen. Zunächst empfehle ich Ihnen aber, ein schlüssiges PR-Konzept auszuarbeiten. Nur so erreichen diese Texte Ihre gewünschte Zielgruppe. Wissen Sie, wer das sein soll? Und was ist das Ziel Ihrer Presseaussendung? Wen möchten Sie erreichen? Wissen Sie, welche Medien Ihre Zielgruppe liest?"

Frau Schreibfaul:"Aber ich will doch nur... eine einzige Presseaussendung machen... "

a.bu:"Trotzdem, Frau Schreibfaul, soll Ihre PR doch Hand und Fuß haben, oder? Sonst erscheint dann doch nichts in den Medien... das wäre ärgerlich, meinen Sie nicht?"

Frau Schreibfaul:"Jaja, aber ... äh.... was kostet das?"

a.bu:"Wenn Sie mir ein paar Informationen geben, erstelle ich Ihnen ein Angebot."

Gesagt, getan. Ich empfehle die passende Vorgangsweise: Ich sammle Informationen, Planung wie angesprochen; Texterstellung mit Korrekturdurchgang. Dann kalkuliere ich die nötige Arbeitszeit für die PR-Konzeption, sagen wir 10 Stunden, multipliziere mit meinem Stundensatz, addiere den Seitenpreis - fertig.

Und dann - herrscht Stille.
Nach dem Angebot höre ich erst einmal nichts und dann auf Nachfragen:

Frau Schreibfaul: "Frau Bürkl, wie wäre es mit einem Tauschgeschäft? Ich biete Ihnen super ... "

Was soll ich sagen?!
Blöd, dass mir nie jemand eine Gratis-Wohnung oder einen Jahreseinkauf Lebensmittel anbietet... dafür hätte ich sicher schon einen lebenslangen Bedarf an schamanischem Wissen erhalten können... und ich hab das ausgeschlagen. Sowas aber auch!

In Wirklichkeit sind meine Honorare lächerlich gering - verglichen mit dem, was Sie durch meine Unterstützung mehr verdienen werden! Schauen Sie sich um:

>>
Texte & Tee - Redaktion

"Wow, Sie sind Autorin! Da hätte ich... " - Aus dem Alltag einer Schreiberin (1)

Ich erlebe die unglaublichsten Sachen, wenn die Leute hören, ich bin Autorin bzw. Journalistin. Viele glauben, ich schreibe ununterbrochen Bücher und werde steinreich damit. Immer wieder führe ich Gespräche der folgenden Art - in Varianten, aber mit dem gleichen Grundtenor.

Ein Interessent, nennen wir ihn Herr Schreibfreund, spricht mich an, etwa auf einer Veranstaltung.

Herr Schreibfreund: "Frau Bürkl, Sie sind Autorin? Ich wollte auch immer ein Buch schreiben. Ich könnte Ihnen jede Menge Material zum Thema ... anbieten. Wär das was für Sie?"

Bei den Themen handelt es meist sich um so investigative Geschichten wie "Was ist Coaching?" oder "Mein Lebenswerk".

Herr Schreibfreund: "Also Frau Bürkl, ich habe so viel erlebt, das ist sicher interessant für Sie! Daraus könnten Sie viel machen."

Hier werde ich gewöhnlich zum ersten Mal stutzig.

a.bu: "Herr Schreibfreund, Sie möchten ein eigenes Buch schreiben? Was ist das Besondere an Ihrem Buch, an Ihrem Thema?"

Herr Schreibfreund: "Äh, ja, ich... Dazu brauche ich Ihre Hilfe."

a.bu: "Wie stellen Sie sich eine Zusammenarbeit vor?"

Herr Schreibfreund: "Ich dachte, Sie schreiben das Buch mit meinem Wissen?!"

a.bu: "Ich kann Sie gern mit meinen Erfahrungen beraten, eventuell auch Ihr Buch für Sie schreiben. Was möchten Sie konkret von mir? Wenn ich mehr weiß, stelle ich Ihnen gern ein Angebot."

Herr Schreibfreund:"Aber, äh... ich dachte wir teilen das Einkommen vom Verlag?!"

a.bu: "Nein, Herr Schreibfreund. Wenn Sie möchten, dass ich ein Buch für Sie schreibe, dann müssten Sie mir ein Honorar bezahlen."

Fallweise lasse ich hier auch einfließen, dass kaum jemand mit einem eigenen Buch reich wird. Zerstört natürlich Illusionen. Und spart meine Zeit.

Herr Schreibfreund (nach einer Schock-Pause): "Und wie hoch ist Ihr Honorar?"

a.bu: "Ich mache Ihnen gern ein Angebot. Das ist nämlich bei jedem Buch anders. Es hängt vom Autor ab, wieviel Vorarbeiten Sie schon erledigt haben. Davon, wieviel Sie selbst tun möchten. Möchten Sie Ihr Buch selbst schreiben? Ich kann zum Beispiel Ihre Texte redaktionell bearbeiten und lektorieren. Oder möchten Sie, dass ich als Ghostwriter das Schreiben für Sie erledige? Dann brauchen Sie selbst gar nichts tun. "

Herr Schreibfreund: "Ich denke darüber nach..."

Wahrscheinlich tut er das bis heute... wie andere vor und nach ihm. :-) Was ist so schlimm daran, jemand anderen für eine Dienstleistung zu bezahlen, die man gern in Anspruch nehmen möchte?

Werden Sie mit meiner Unterstützung vom "Möchtegern-Autor" zum tatsächlich Schreibenden. Wie ich Sie mit Ihrem Fachbuch berühmt mache, zeige ich Ihnen ganz ernsthaft hier:

>>Texte & Tee: Fachbücher