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Sonntag, 8. Februar 2009

Zeig' mir Deine Szene im Kopf

Zum vorigen Eintrag über das Schreiben von Szenen schreibt Leserin Eva Jancak in ihrem Literaturgeflüster:
Vor allem das Johanna Buch, kann Anni Bürkls Ratschläge sicher brauchen. Da gingen sich vielleicht auch ein paar neue Kapitel aus, zum Beispiel eines mit dem Titel “Die Analyse”, wo anhand der roten Schuh-Metapher, das Spiegelgrundthema noch mehr eingearbeitet wird.
Das das “Mehr zeigen statt beschreiben!”, das ja alle Ratgeberbücher predigen, was auch logisch klingt, aber zumindestens für mich nicht so einfach umzusetzen ist, immer noch mein Thema ist, darauf bin ich in der letzten Woche wieder mal gekommen (...).
Dazu ein schneller Tipp: Rausgehen und aufschreiben. Augen aufmachen, Ohren aufmachen, schnuppern, tasten, schmecken und was die Sinne hergeben. Zum Beispiel eine Szene im Kaffeehaus. Das ist Handwerkskunst, Übung. Anschließend dieselbe Sensibilität auf die Szenen anwenden, die man entworfen hat ... Los gehts!

Und was noch sein darf: Ein bissl weniger sich selbst unter Druck setzen. Leichtigkeit im Schreiben zulassen. Unter Krampf ist das Blickfeld recht eingeengt, wissen wir von Stressmomenten. Alles klar?

Freitag, 6. Februar 2009

Szenen schreiben

Es soll ja Leute geben, für die ist die lange Form nicht geeignet. (Während ich mich eher nicht kurz fassen mag, aber das ist ein anderes Thema.) Eva Jancak erwähnte in ihrem "Literaturgeflüster", dass sie schon nach relativ kurzer Zeit mit ihrem Romanprojekt fertig sei - also weniger Seiten geschrieben hatte, als vorab gedacht.

Da sitzt man dann und rätselt, was man vielleicht vergessen hat zu beschreiben, oder wo noch etwas hinzuzufügen wäre. Des Rätsels Lösung ist jedoch oft eine simple, die man vor allem in der Euphorie einer neuen Geschichte, eines neuen Romanprojekts gern übersieht: Man schreibt mehr Zusammenfassung als Szenen.

Eine Szene, was ist das?

Ich bezeichne Szene als das, was von Anfang bis Ende eines Ereignisses dauert: Das könnte ein über fünf Stunden dauerndes Gespräch ebenso sein wie der Moment, in dem jemand auf der Straße von einem Auto angefahren wird bis zum Eintreffen der Rettung oder sogar darüber hinaus.

Aber die Definition von "Szene" ist gar nicht das Wesentliche an der Sache. Das Entscheidende ist: Wie schreibe ich eine Szene? Mache ich eine Szene aus dem ganzen Gespräch? Oder macht die Szene "nur" die wichtigen Momente einer unerwarteten Enthüllung im Gespräch und die Reaktion der anderen Person aus?

Entsprechend wird die Szene entwickelt:
Was will ich mit dieser Szene im Rahmen meines Textes aussagen?
Wo soll sie beginnen, wo aufhören?
Wer sagt was?
Was ist für mich das Wichtige an dieser Szene?
Wie sieht es am Ort des Geschehens aus?
Dazu kommen Dinge wie das Erzähltempo, der Sprachfluss, die Musik, der Rhytmus dieser Szene.

Eigentlich entspricht die Szene in etwa dem, was wir gern im Gespräch an Erlebtem wiedergeben: "Und dann habe ich ... und er sagt ... und auf einmal ..."

Statt zu schreiben "Und damals versuchte sie, sich als Regisseurin einen Namen zu machen ..." könnte ich also auch eine Szene einbauen, in der diese Figur ein Erlebnis hat, das mit der Karriere als Regisseurin zu tun hat. Das kann ja auch eine kurze Szene sein. Auch Rückblicke vertragen es, als Szenen dargestellt zu werden. Wichtig ist, dies im erzählerischen Stil vom anderen Text abzusetzen, aber auch optisch (als Kursivschrift oder durch ein paar Sternchen zwischen den Abschnitten). Im Film sind Rückblicke jene Szenen, die unscharf, oft schwarz-weiß daher kommen ...

Aber bei all möchte ich aber betonen: Habt Mut zum eigenen Stil. Der soll verständlich sein und LeserInnen erreichen und alles. Aber nachgemacht ist immer nur die Kopie, manchmal die vierte, fünfte oder x.te. Also viel Spass beim Szenenschreiben!

Freitag, 30. Mai 2008

"Helfen Sie mir aus Menschenfreundlichkeit" - Aus dem Alltag einer Schreiberin (7)

Es ist schon lustig. Wieder einmal erreicht mich die Nachricht einer Buch schreibenden Dame, diesmal via Xing. Diese Nachrichten kommen häufig. Die meisten Menschen glauben, es liege an den bösen Verlagshäusern sowie an fehlender Bekanntheit (unschön auch Vitamin P wie Protektion genannt) - nicht etwa am eigenen Manuskript.

Frau Schreib-Star: "Ich habe ein Buch geschrieben, jedoch diverse Absagen von Verlagshäusern bekommen."

Frau Schreib-Star erhofft sich also Hilfe. Von mir.

"Gerne", antworte ich (alias a.bu) und stelle gleich ein paar Fragen zu den bisherigen Verlagskontakten. Auch gebe ich zu Bedenken, dass jedes Jahr 90.000 neue Titel auf dem deutschsprachigen Buchmarkt erscheinen. "Da muss Ihr WERK überzeugen. Ich gebe Ihnen gern Feedback. Für diesen ersten Schritt eines Schreibcoachings verrechne ich meist ein Honorar von fünf Arbeitsstunden."

Antwort von Frau Schreib-Star: "Da Sie offensichtlich am Geschäft interessiert sind, nicht an Hilfestellung im rein menschenfreundlichen Sinne, lehne ich allerdings Ihr freundliches Angebot ab."

Die Antwort bringt mich ins Grübeln... habe ich auf der Xing-Seite etwa die Bezeichnung "Sozialhilfe" überlesen? Oder steht da immer noch "Businessplattform"?

Mittwoch, 13. Februar 2008

"Schreibcoaching, hä?" - Aus dem Alltag einer Schreiberin (6)

"Schreibcoaching? Was ist das denn?" werde ich immer wieder gefragt. Hier ein Erfolgsbeispiel. Kontaktieren Sie mich für ein kostenfreies Erstgespräch! Sie erfahren, wie Sie mit Ihrem zukünftigen Buch mehr Bekanntheit erzielen - und damit mehr Erfolg bei Ihren Kunden haben - und damit - simsalabim - auch bessere Honorare. Ist doch schön, oder?

Ich lerne Frau Schreibfreak auf einer Veranstaltung kennen.

Frau Schreibfreak: "Ach Sie schreiben..."
a.bu: "Ja genau, ich schreibe Bücher..."

Frau Schreibfreak: "Bücher, das ist das Stichwort, ich will schon lange..."
a.bu: "Was denn?"
Frau Schreibfreak: "... ein Buch schreiben!"
a.bu: (gar nicht überrascht): "Ach so, worüber?"
Frau Schreibfreak: "...." (Es folgt eine genaue Erklärung des eigenen Fachgebiets und wie Frau Schreibfreak das eventuell in einem Buch niederschreiben möchte. Allerdings gibt es viele mögliche Themen für ein Buch, wenn sie ins Detail geht.)
a.bu: (jetzt sehr überrascht) "Sehr interessant. Welches Thema Sie anpacken, hängt auch von Ihrer eigenen Positionierung ab..."
Frau Schreibfreak: "Ja genau... Könnten mir bei der Konzeption und beim Schreiben helfen?"
a.bu: "Ja gern. "
Frau Schreibfreak: "Ich habe schon einige Ideen (erläutert diese) - aber ich benötige Feedback... einen Spiegel, um zu sehen, wie meine Ideen und mein Text wirken."
a.bu:
"Genau dafür bin ich da! Ich gebe Ihnen Rückmeldungen, nachdem ich Ihr Buchmanuskript oder Teile davon gelesen habe. Wir können über Ihr Konzept sprechen, ich helfe bei der Erstellung eines Exposees - haben Sie so etwas?"
Frau Schreibfreak: "Exposee? Was ist das?"
a.bu: "Das Exposee braucht der Verlag, um über Ihr Buchprojekt zu entscheiden."

Wir treffen uns danach zu einem Arbeitsgespräch. Wir vereinbaren eine monatliche Betreuungspauschale, bei der wir jede Woche 1 Stunde Kontakt haben - per E-Mail, Telefon oder in einem persönlichen Treffen. Diese Regelmäßigkeit hilft unbedingt beim Schreiben! In dieser Stunde besprechen wir aktuelle Ideen für das Konzept, ich schätze die Möglichkeiten bei Verlagen ein oder überarbeite Texte bzw. gebe Feedback dazu.

Der Erfolg ist messbar: Nach einigen Monaten Zusammenarbeit stehen Idee, Thema und Konzept, es gibt Probetexte - und ein Verlag ist auch bereits interessiert. Bingo!

Und jetzt sind Sie dran: Welchen Nutzen könnte ein eigenes Buchprojekt für Sie haben?
Kontaktieren Sie mich für ein erstes Gespräch - kostenfrei!
Sehen Sie sich meine bisherigen Erfolge an: >> www.texteundtee.at

Dienstag, 5. Februar 2008

Buchprojekte

Gerade liegen einige Stunden Arbeit am Register für mein Buch "Böhmisches Wien" hinter mir. Nach dem Forschen und Recherchieren kommen ja immer weitere Aufgaben auf die Autorin zu. Jetzt las ich meinen eigenen Buchtext schon ganz anders, so aus der Distanz von ein paar Monaten. Lustig...

Dann gibt es diverse Buchprojekte in verschiedenen Stadien - darunter ein Schreibcoaching, bei dem ich eine Autorin bei der Umsetzung ihrer Buchidee zum fertigen Manuskript begleite. Weiters ist in anderen Bereichen Ghostwriting angefragt... und so geht es munter dahin.